Geschichte
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Die St. Katharina Junggesellen Bruderschaft blickt auf eine über 300jährige Geschichte zurück. Die Geschichte der St. Katharina Junggesellen Bruderschaft beginnt im Jahre 1708, als sich die Junggesellen der St. Sebastianus Bruderschaft wegen der großen Zahl ihrer Mitglieder zur St. Katharina Junggesellen Bruderschaft zusammentaten. Damit ist die Bruderschaft eine der ältesten Junggesellen - Bruderschaften in Deutschland. Die erste Erwähnung der St. Katharina Junggesellen Bruderschaft befindet sich in einem Ausgabeverzeichnis von 1708. Am 23. Mai 1725 wurde den Junggesellenschützen im Auftrag des Kaiserlichen Hofrats Freiherrn von Beeck , der 1723 von Kaiser Karl V. als Vormund der unmündigen Kinder des Peter Philipp von Berlepsch zum Regenten von Myllendonk eingesetzt war, ihre Ordnung von J. Schells bestätigt und dem Schützenkönig dieselben Rechte wie bei der St. Sebastianus Bruderschaft eingeräumt: "Bei den Junggesellenschützen soll alles beim Alten bleiben."
"Wir von Gottes Gnaden Johan Friederich Carl des Heyl. Stuhls zu Mayntz Erzbischof und Churfürst des Heyl. Römisch. Reiches durch Germanien Ertzkanzler und Churfürst deren Minderjährigen Grafen von Ostein Herrn der des Heyl. Römisch. Reiches freyen Herrschaft Myllendonk angeborener Vormund thun kund und bekennen hiermit öffentlich was maaßen uns zu verschiedenen mahlen von hiesiger des heyl. Martyris Sebastiani Confraternitas zu erkennen gegeben und gebetten worden, wir möchten vieler dabey eingerissener und sich täglich mehr äußeren Inconvenientien halber eine neue Ordnung deren die Brüder künftiglich sich gehorsamst accomodieren und sich gemäß halten sollen aufrichten und zum ewigen Richtschwur in Schriften verfaßen laßen....." Im Anschluß an den oben zitierten einleitenden Text folgen die insgesamt 13 Statuten, die bereits erwähnte Unterschrift von Franz von Märcken und ein Zusatz "Bruderschaftsordung S. Sebastiani von Ihro Churfürstlichen Gnaden p. M. jahres 1744". Zu den Bestimmungen der Bruderschaft gehörte u.a. der Paragraph, der festlegte, daß nur Bürger mit vorbildlichem Lebenswandel aufgenommen werden konnten. Die soziale Herkunft spielte keine Rolle. So finden sich unter den Schützenbrüdern Adelige und Handwerker. Die Junggesellen verpflichteten sich zu regelmäßigem Kirchgang und zur Teilnahme an den Prozessionen. Beim Tode eines Bruders waren die übrigen Brüder verpflichtet, den Verstorbenen zum Grab zu geleiten. Wer sich den Bestimmungen entzog, mußte diese Verfehlung mit Geld oder Wachs für Kerzen bezahlen. Die Aufnahmegebühr betrug im ersten Jahr 10 Schillinge, danach 1,5 Reichstaler. Die Ordnung schrieb auch den Verlauf der Schützenfeste und des Vogelschießens vor. Jährlicher Höhepunkt war der Vorgelschuss. Er fand für die Sebstianusbrüder am Sonntag von Pfingsten, für die Junggesellen an Christi Himmelfahrt statt. Im Mönchengladbacher Stadtarchiv wird eine Verfügung verwahrt, die vermutlich auf den Aufzug der Junggesellenschützen am Tag des Vogelschusses vor dem landherrlichen Schuß Bezug nimmt. Sie wurde am 21. Mai 1781 von Amtmann Lichtschlag ausgestellt. Die Junggesellen versammelten sich am Tage des Vogelschusses um den alten König und die Fahne, zogen mit "Gewehr, Pulver und Bley' zum Schloß Myllendonk und baten beim Schloßherrn um die Erlaubnis des Vogelschusses und erhielten als Gabe 1,5 Ahm Bier, die Offiziere dagegen ein Glas Wein. Anschließend maschierte man zur sog. Schieruth. Hier bat ein Bruder den anwesenden Landesherren oder einen seiner Vertreter um "Bann und Fried". Die Begeisterung in den frühen Jahren für die Bruderschaft bestand jedoch nicht nur bei den Korschenbroichern. Im Jahre 1759 schoß der französische Kriegsbevollmächtigte Dureville, der während des Siebenjährigen Krieges in Korschenbroich stationiert war, den Holzvogel von der Stange. Er tat dies im Namen seines allerchristlichen Königs Louis XV., so daß genaugenommen der französische Monarch die Korschenbroicher Königswürde trug. Hiervon kündet noch heute eine von Monsieur Dureville gestiftete Silberplatte in der alten Königskette. Johann Hövel (mitte) war von 1935-1938 General der Junggesellen und später Oberst und Generaloberst der Sebastianus-Bruderschaft. Dieses Bild zeigt den verdienten Korschenbroich Schützen, der im Dezember 1982 starb, 1937 beim Einmarsch zur Parade mit seinem Adjutanten Peter Oedinger (links) und Gottfried dé Renet. Johann Hövel trug immer eine original preußische Generalsuniform aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs.
Eine der beiden alten Fahnen der Bruderschaft bei einem Pfingstfest nach dem Krieg. Das
Umbenennung in St. Katharina Jungschützen Bruderschaft. Mitte der achtziger Jahre mehrten sich jedoch die Stimmen, die zu einer Rückkehr zum alten Namen drängten, der durch alle Wirren der Zeit Bestand hatte und traditionsgemäß mit der Bruderschaft verbunden war. Auch heute ist die Bruderschaft noch ihrem Motto "für Glaube, Sitte und Heimat" eng verbunden. Die Zusammenarbeit mit den kirchlichen Institutionen und die Teilnahme an den oben genannten Meßfeierlichkeiten findet nach wie vor statt. Die Junggesellen veranstalten seit Jahren einen Weihnachtsball mit einer großen Tombola, deren gesamter Erlös caritativen Einrichtungen in der näheren Umgebung zufließt. Pfingsten führen die Sebastianer und die Junggesellen unter der Federführung des Schützenzuges "Lange Lulatsche" eine Tombola zur Unterstützung diverser Projekte in der Dritten Welt durch. So konnten in den letzten 17 Jahren insgesamt 1,5 Mio DM für Hilfsaktionen gespendet werden. Das Fest "Unges Pengste" ist in jedem Jahr Höhepunkt der ganzjährigen Aktivitäten der beiden Korschenbroicher Bruderschaften St. Katharina und St. Sebastianus. Insgesamt nehmen 300 Junggesellen vorwiegend im Alter zwischen 16 und 35 Jahren in 26 Schützenzügen an den Umzügen teil. Hierzu kommen nochmal ca. 700 Sebastianusschützen und ca. 500 Musiker. König ist in diesem Jahr Fabian Hintzen. Als Minister stehen ihm zur Seite Simon Hintzen und Sven Trumm. Die Würdenträger sind in diesem Jahr wieder ausschliesslich Junggesellen. Als Ehrengäste kommen zur Königsparade am Pfingstmontag die Könige, aller Korschenbroicher Bruderschaften, außerdem nehmen Abordnungen der Bruderschaften aus Pesch und Herrenshoff aktiv an der Parade teil.Die Aktivitäten der Junggesellen sind aber nicht mit dem Pfingstfest erschöpft. Zahlreiche Veranstaltungen während des ganzen Jahres geben den Mitgliedern die Möglichkeit zur Pflege der Gemeinschaft und Geselligkeit. So veranstaltet die Bruderschaft alljährlich ein Fußball-, ein Schieß- und ein Kegelturnier, eine Fahrradrallye, den Weihnachtsball, und einen Rodelausflug und vieles andere mehr. Für weitere Fragen steht Ihnen der Vorstand selbstverständlich zur Verfügung. |
Oberst Friedrich Kreutzer der St. Sebastianus Bruderschaft nimmt nach Meldung des Generals der Junggesellen Bruderschaft die Front der angetretenen Bruderschaften ab.
